A Travellerspoint blog

Tag 03

Versöhnung mit Rio und schönes Wetter am Zuckerhut

sunny 28 °C

Die Rast tat uns gut. Wir schliefen durch, wie Murmeltier beim Winterschlaf. Natürlich erwachten wir viel zu früh, denn unser Rhythmus war noch auf europäische Zeit programmiert. Wir wollten es jedoch beibehalten, früh aufzustehen. In Rio kann es um diese Jahreszeit ganz schön heiß werden und ein Spaziergang im berühmten weißen Sand der Copacabana wäre zur Morgenstunde noch ganz angenehm.

Ich hatte ein Hotel mit Frühstücksbuffet bestellt. Jetzt würden wir es ausprobieren. Es war sehr vielfältig und sehr gut. Wir konnten uns gemütlich Zeit lassen, denn den heutigen Tag konnten wir uns selbst gestalten. Während dem Frühstück schauten wir beim Fenster raus und mussten feststellen, dass die Passanten ihre Schirme aufgespannt hatten. Rupert und Maik hatten uns schon gesagt, dass die Wetterprognose nicht sehr gut sei, doch mit der zunehmenden Woche besser werden sollte.

Bis wir fertig waren, hatte es aufgehört zu regnen und der Himmel war blau. Wir mussten erst an der Rezeption sondieren, welche Ausflüge angeboten wurden und was wir mit dem öffentlichen Bus oder der U-Bahn selbst unternehmen konnten. Ich wollte von Österreich aus keine weiteren Ausflüge buchen, da ich nicht wusste, was wir alles mit Maik und Rupert schaffen würden. Da die Sonne schien, entschlossen wir uns, einen Spaziergang am Strand zu machen. Die Copacabana ist ein 4 km langer Sandstrand, der nach einem Wallfahrtsort in Bolivien benannt ist. Etwa 300.000 Cariocas leben in diesem Viertel.

Am Strand war noch nicht so viel los. Wir hatten eigentlich nur unsere Kameras und ein wenig Kleingeld mitgenommen. Wir fühlten und aber zu jeder Zeit sicher. Mehr Angst hatten wir vor den Wellen, die mit voller Wucht und ohrenbetäubendem Getöse an den Strand aufschlugen. Es hatte 26 Grad Lufttemperatur und etwa 22 Grad hatte das Meer. Wir genossen einfach das Naturschauspiel der Wellen und immer wieder musste ich mich fragen, woher sie kommen und wohin sie eigentlich wollten. Muscheln gibt es fast keine zum Sammeln. Jede von uns hatte gerade Mal eine als Beigabe zu unserer Muschelsammlung aus aller Welt gefunden.

Copacabana

Copacabana

Seit meinem letzten Besuch im Jahre 2010 hatte sich doch einiges an der Copacabana verändert. 2010 war das legendäre Palace Hotel eigentlich das einzige Hotel, das halbwegs instandgehalten wurde. Jetzt sind doch einige oder fast alle Hotels in der vorderen Reihe wegen der Olympiade und der Fußballweltmeisterschaft renoviert worden. Den Corcovado mit der Christus Statue und den Zuckerhut kann man von diesem Strand aus gut sehen. Deshalb beschlossen wir, wenn das Wetter so stabil bleiben würde, gleich die Chance zu nützen und dem Zuckerhut einen Besuch abzustatten.

Unterschwellig glaubten wir Sirenengeheul und lautes Hupen zu hören. Wir gingen und Hauptstraße rauf. Tatsächlich fuhren dort viele beflaggte Autos, die laut hupten. Die Polizei war sehr präsent. Ich fragte jemand, was los sei. Sie sagten mir, dass eine Demonstration stattfinden würde. So gingen wir zurück ins Hotel. Wir packten unsere Sachen und ließen uns vom Hotelpagen ein Taxi rufen, das uns zur Seilbahn auf den Zuckerhut bringen sollte. Der Herr an der Rezeption sagte uns, dass das ungefähr 25 bis 30 Real kosten sollte. Angenehm überrascht waren wir, als der Taxifahrer uns15 Real, was ungefähr 4 Euro ist, berechnete.

Es gab keine lange Schlange vor dem Ticketschalter. Schnell hatten wir unsere Fahrkarte um 80 Real, was ungefähr 20 Euro ist, gekauft. Oben zog schon wieder Nebel auf. Das hatte ich allerdings schon bei meinem letzten Besuch und das wollte ich eigentlich nicht wieder erleben. 64 Personen haben Platz in der Gondel, die in zwei Stationen auf den 396 m hohen Meat Loaf führt. Das Wahrzeichen Rios trägt seinen Namen, da seine Form an einen Zuckerhut, der zur Erzeugung der Feuerzangenbowle verwendet wird, benannt wurde. Schnell hatten wir die Mittelstation erreicht. Diesmal machten wir hier keine Foto, da es am Gipfel schönen Wetter gab. Wir wollten nichts riskieren, denn es ist unwahrscheinlich, wie schnell hier die Nebel ziehen.

Seilbahn auf den Zuckerhut

Seilbahn auf den Zuckerhut

Oben angekommen wurden wir mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt. Wir hatten bereits am Vortag viele Aussichtspunkte besucht, aber die rundum Aussicht vom Zuckerhut ist wahrlich schwer zu überbieten.

Seilbahn auf den Zuckerhut

Seilbahn auf den Zuckerhut

Zuerst machten wir natürlich ein Bild in Richtung Corcovado, dem zweiten Wahrzeichen Rios mit der Christus Statue.

Blick auf den Corcovado

Blick auf den Corcovado

Dann wanderte unser Blick natürlich auf die andere Seite auf den Stadtflughafen und die dahinterliegende Brücke, die nach Niteroi führt. Natürlich haben wir auch den Hafen gesehen, von wo aus unsere Schiffsreise starten würde. Wir haben aber auch die Kathedrale entdeckt. Die dahinterliegenden Wolkenkratzer scheinen die Kathedrale mit einem Kreuz zu versehen. Ob das wohl Absicht war?

Kathedrale von Rio

Kathedrale von Rio

Dann war es einfach Zeit, die Kamera wegzuschließen und die Bilder nur noch mit dem inneren Auge aufzunehmen und die Aussicht zu genießen. Wir saßen dann noch lange in der heißen Sonne und kühlten uns mit einem köstlichen Caipi. In zwei Stationen ging es dann wieder zurück auf Meereshöhe. Von dort nahmen wir uns wieder ein Taxi ins Hotel. Dort zogen wir gleich den Badeanzug an und begaben uns auf die Dachterrasse, wo es einen Pool gab.

Bei den heißen Temperaturen war das Wasser im Pool etwas kühl, aber die Abkühlung tat gut. Hier hatten wir auch etwas Zeit, Bilder herunterzuladen und an meinem Blog zu schreiben. Irgendwann plagte und doch der Hunger und wir suchten uns ein Restaurant, wo wir dieses Bedürfnis stillen konnten. Es wurde ein Italiener und ein Bier und ein Glas Wein und jetzt gute Nacht.

Posted by fegoeskaphorn 16:25 Archived in Brazil

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