A Travellerspoint blog

Tag 04

Altwiener Cafe in Rio Cafe Colombo

sunny 26 °C

Margret hat ihr „Traumland“ gefunden. Sie schläft auf ihrem Polster so gut, dass wir bereits an der Rezeption deponiert haben, dass wir ihn mitnehmen. Ich muss aber auch ehrlich zugeben, dass man in einem Hotel selten ein so gutes Bett und so angenehmes Bettzeug hat. Das Hotel liegt etwa 5 Fußminuten vom Strand und 5 von der Metrostation entfernt. Die Gegend ist relativ sicher, was sehr wichtig ist. Man kann das Royal Rio Palace Hotel nur weiterempfehlen.

Natürlich gab es auch wieder ein sehr gutes Frühstück. Danach gingen wir zur Metrostation Arcoverde. Beim Eingang kauften wir 4 Einzelfahrscheine um insgesamt 17 Real (ungefähr 4 Euro). Wir erhielten Plastikkarten. Diese mussten am Eingang zur Metro in einen Schlitz gesteckt werden. Dann wurde die Karte eingezogen und man konnte durch ein Drehkreuz gehen. Im Untergrund gingen wir noch eine weite Strecke bis wir zu den Geleisen kamen. Wir mussten mit der Metro sieben Stationen ins Zentrum fahren und in Largo de Carioca aussteigen.

Dort waren wir bereits am ersten Tag mit Maik gewesen und er hatte uns erklärt, wo wir was finden würden, denn am Sonntag war vieles zu gewesen. Heute hatten wir jedoch für diese Sehenswürdigkeiten Zeit. Zuerst gingen wir auf die hintere Seite der neuen Kathedrale. Von Bonde verlässt die älteste Straßenbahnlinie Südamerikas das Zentrum Richtung Santa Teresa. Neben der Straßenbahn Braunschweig ist sie die weltweit letzte mit einer Spurweite von 1100 Millimetern. Die Bahn ist seit 1877 in Betrieb und wurde zuerst von Pferden gezogen. Seit 1896 ist sie elektrifiziert.

Eine Fahrkarte kostet 20 Real und wir konnten sogar mit Kreditkarte bezahlen. Nachdem wir in den offenen Wagon einstiegen waren, schob der Zugführer einen Latte vor, damit keiner aus dem Wagon fallen kann. Zuerst hatten wir noch einen schönen Blick auf die neue Kathedrale und dem danebenstehenden Glockenturm.

Neue Kathedrale Rio

Neue Kathedrale Rio

Dann kam bereits ein Highlight der Fahrt. Die Bahngleise führen über einen ehemaligen schmalen Aquädukt.

Aquädukt der Bonde Bahn

Aquädukt der Bonde Bahn

Die Bahntrasse führte durch enge Gassen und ging eigentlich fast durch die Wohnzimmer der angrenzenden Häuser hindurch. Viele der Stützmauern waren bunt bemalt. Santa Theresa hat sich zu einem Künstlerviertel entwickelt. Eine Wandbemalung hat mir besonders gut gefallen, weil es unseren alten Wagon zeigte mit einem Abbild unseres Zugführers.

Bahn nach Santa Theresa

Bahn nach Santa Theresa

Wenn man im kleinen Ort ankommt, ist man Mitten in vielen Bars und kleinen Läden gelandet. Hier kann man aussteigen und etwas umherwandern oder warten bis der Zugführer mit seinem Gehilfen die Bänke umdreht, da die Bahn nirgends wenden kann. Dann fährt man dieselbe Strecke zurück. Immer wieder hat man herrliche Ausblicke auf die unterliegende Stadt am Meer. Früher war die Fahrt mit der Bahn gratis und man konnte aufspringen wo man wollte, so ähnlich wie in San Fransisco. Aber nach einem schweren im August 2011 mit 6 Toten wurde die Bahn stillgelegt. Erst vor den Olympischen Sommerspielen wurde sie um 110 Millionen Real saniert und wieder eröffnet.

Künstlerviertel Santa Theresa

Künstlerviertel Santa Theresa

Dann gingen wir zum Parca Floriano, wo das Teatro Municipal do Rio de Janeiro liegt. Es ist eines der schönsten Opernhäuser Südamerikas und sicherlich eines der beeindruckendsten Gebäude der Stadt. Es fällt auf, da es weit und breit das einzige Gebäude ist, das reichlich mit Gold verziert ist. Dieser Prachtbau wird an beiden Seiten von weiteren prunkvollen Bauten gesäumt – dem Rathaus der Stadt und der Nationalbibliothek.

Teatro Municipal

Teatro Municipal

Wieder waren wir fleißig durch die Stadt gewandert und wir hatten uns wahrlich eine Pause verdient. Für heute hatten wir uns ein ganz schönes Plätzchen für unsere Rast ausgesucht – das historische Cafe Colombo. Schon die Fußgängerzone, die dorthin führt, ist von stilvollen Läden mit Qualitätsware gefüllt. Das Haus sticht von Außen von den modernen Fassaden der neuen Geschäfte ab. Die Inneneinrichtung ist aus altem Holz und die großen Spiegel, die den Innenraum noch größer und höher erscheinen lassen, als er sowieso schon ist, tragen dazu bei, dass man sich vorkommt, als ob alles doppelt so groß wäre.

Cafe Colombo

Cafe Colombo

Vorerst marschiert man an der Kuchentheke vorbei. Wer nichts Süßes mag, für den gibt es auch mit Fleisch gefüllte Empanadas oder allerhand Paniertes. Ein fescher Kellner begleitete uns zu einem Tisch und wir bestellten einen Pot heiße Schokolade und einen Pot Tee. Dazu gab es die Colombo Tarte gefüllt mit einer Art Nutella Creme und eine Erdbeer Tarte. Es war ein ewiges Kommen und Gehen hier.

Cafe Colombo

Cafe Colombo

In der gemütlichen Atomsphäre erholten wir uns vom heißen Tag und waren dann bereit, die Rückreise zum Hotel mit der Metro nach Arcoverde anzutreten. Im Wagon sieht man die Linie in der man sich befindet und bei jeder Station gibt es ein blinkendes Licht. So sieht man genau wo man ist und weiß zu jederzeit, wann man aussteigen muss. So fanden wir schnell zum Hotel zurück. Unterweges kauften wir uns noch in einer Bäckerei etwas Salziges zum Apero, den es später am Abend geben würde.

Leider hatte das Wetter umgeschlagen, der Sturm war aufgekommen und wir konnten die Dachterrasse nicht benützen. Im Zimmer rasteten wir etwas aus, bevor wir wieder auf Wanderschaft gingen. Schnell gingen wir noch ein wenig Shoppen, den morgen würden wir Rio schon wieder verlassen.

Posted by fegoeskaphorn 16:27 Archived in Brazil

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