A Travellerspoint blog

Tag 06

Seetag mit Küchenführung

sunny 23 °C

Unsere Reise beginnen wir mit einem Seetag. Ist ganz gut, denn wir hatten noch nicht genügend Zeit, dass Schiff zu erkunden. Vorerst aber haben wir den südlichen Wendekreis überschritten. Dieser ist der südlichste Breitenkreis, an dem die Mittagssonne gerade noch den Zenit erreicht, nämlich nur am 21. oder 22. Dezember, dem Tag der Sommersonnenwende der Südhalbkugel (in Europa Wintersonnenwende). Er ist der Breitenkreis bei 23° 26′ 5″ südlicher Breite. Immer wieder würde uns unser Kapitän solche Daten zur Verfügung stellen. Im Sinne der tropischen Tierkreiszeichen bzw. auch nach dem Sternbild der Ekliptik, in dem die Sonne bei Einführung der Sternbilder in der Antike zur Sonnenwende stand, wird der südliche Wendekreis auch „Wendekreis des Steinbocks“ genannt.

Die MS Zaandam, die unter holländischer Flagge fährt, wurde im Jahre 2000 in der Fincantieri Werft in Monfalcone in Italien gebaut. Diese Werft hatten wir 2005 bei einem Betriebsausflug besucht. Gekostet hat das 238 m lange und 32 m breite Schiff 300 Millionen US $. Das Schiff hat 716 Kabinen, die Platz für 1.440 Passagiere und 650 Besatzungsmitglieder haben. Die 10 Decks wurden im Jahre 2015 renoviert. Mit den Dieselmotoren können 23 Knoten erreicht werden. Besitzer des Schiffes sind die Carnival Corporation & PLC. Betrieben wird das Schiff von der Holland America Line, die ihren Sitz in Seattle, USA , hat. Gegründet wurde die HAL 1873 als niederländisches Transportunternehmen, das hauptsächlich Güter zwischen Europa und Nord- und Südamerika verschiffte. Das erste Schiff der Gesellschaft hieß Rotterdam. Die Jungfernfahrt des Segelschiffes begann am 15. Oktober 1872 in Rotterdam. Es dauerte 15 Tage bis man New York erreicht hatte. Dann brachten ihre Schiffe Tausende von Immigranten nach Nordamerika.

MS Zaandam

MS Zaandam

Die MS Zaandam wurde nach einer Stadt in Holland benannt, die in der Nähe von Amsterdam liegt. Die Olsen Zwillinge Mary-Kate und Ashley waren die Patinnen. Es gibt 5 Decks auf denen man Kabinen findet, alle anderen Decks dienen der Unterhaltung. Einer der Gründe wieso ich dieses Schiff gewählt habe ist, dass es eines der wenigen Schiffe ist, das noch ein Rundum Promenadendeck hat. So hat man an einem Seetag die Möglichkeit einen „kleinen Spaziergang“ an Bord zu machen. Wir gingen gleich nach draußen und schauten wie das Wetter ist. Blauer Himmel Sonnenschein bei 23 Grad.

Vorerst aber gab es Frühstück im Rottendam Restaurant. Hier gibt es kein Buffet, sondern das Frühstück wird serviert, was Vor- und Nachteile hat. Der Kellner kommt gleich mit zwei verschiedenen Fruchtsäften zur Auswahl, dann mit einem Tablett voll mit Plundergebäck. Aus der Speisekarte kann man auswählen, welches Frühstück man haben will. So fällt das lästige Herumlaufen weg. Allerdings muss man warten bis die frisch zubereiteten Speisen gebracht werden. Wir ließen uns verwöhnen. Da es am Abend Galaessen mit viel Fleisch gab, entschied ich mich den Tag süß zu beginnen und bestellte a stack of pancakes. Margret nahm ein Lachsomlette. Heißes Wasser für unseren Tee kam in Silberkannen, die das Wasser lange warmhalten.

Nach dem Frühstück gingen wir wieder auf das Promenadendeck, wo schon Viele Morgensport betrieben. Wenn man vier Runden geht, macht man gerade eine Meile, also etwas über 1,5 Kilometer. Am Deck wurde bei ruhiger See gearbeitet. Seeleute waren damit beschäftigt, das Schiff weiß zu streichen. Wir gingen einige Runden. In der Mitte des Schiffes, wo auch unsere Kabine situiert war, ist es wesentlich ruhiger als forward oder aft. Am Bug und Heck spürt man die Gewalt des Wassers besonders stark. Diese Bewegung des Schiffes kann man am Foto nicht einfangen. Aber ich habe einige kurze Videos gedreht und wenn einer das Gefühl nachempfinden will, kann er sich diese gerne ansehen.

Relaxen am Promenadendeck

Relaxen am Promenadendeck

Matten waren bereits auf den Liegestühlen ausgelegt worden. Wir suchten uns ein schönes Plätzchen. Das Meer rauschte und die Wellen krachten gegen das Schiff. Ich atmete tief ein und aus, um die gesunde Meeresluft zu genießen. Ich verfiel in eine meditative Phase und genoss die Ruhe. Dann fiel mein Blick auf etwas, das wie ein Pfitsche Pfeil durch die Luft flog. Man sagte uns, dass es fliegende Fische seien. So viele verschiedene Sorten Blau sieht man auch selten. Manchmal war das Meer glatt und die Spur, die das Schiff hinterließ, sah wie marmorierter, blauer Marmor aus.

Blau

Blau

Um 10:00 Uhr hatten wir einen Termin. Wir wurden zu einer Küchenführung eingeladen. Wir konnten der Spur der Kellner vom Speisesaal in die Küche folgen, wo etwa 90 % aller Speisen für 1450 Passagiere und 588 Crewmitglieder zubereitet werden. Das Restaurant Team umfasst 100 Mitglieder vom Dinningroom Manager über die Kellner bis zum Hilfspersonal. Die meisten sind Philipinos – aber alle sprechen ein sehr gutes Englisch. Bevor wir die Küche betraten, mussten wir ein Formular ausfüllen, dass wir weder Durchfall noch Schnupfen hatten. Außerdem durfte die Küche nur mit geschlossenen Schuhen betreten werden.

Gleich nach dem Eingang ist der Bereich, wo das Frühstück zubereitet wird. Große Kaffee- und Teekocher sind hier untergebracht. In der Nirosta Großküche werden in überdimensionalen Kesseln Suppe gekocht. Da sich der Speisesaal über zwei Stockwerke ausbreitet, gibt es von der Küche in den oberen Stock eine Rolltreppe. 91 Personen arbeiten Hand in Hand in allen Bereichen der Küche.

Suppenkessel in der Küche der MS Zaandam

Suppenkessel in der Küche der MS Zaandam

Chefkoch ist der Steirer Martin Kusin aus Leibnitz. Er arbeitet bereits 15 Jahre auf verschiedenen Schiffen und seit 10 Jahren für die HAL. Es gibt ebenso 3 Köche für die Crew, die hauptsächlich alle Mahlzeiten für die philippinischen und indonesischen Crewmitglieder zubereiten. Dann folgt der Teil der Küche, in der die kalten Vorspeisen hergestellt werden. Am Abend sind 2 Mitglieder des Teams zum Gläserwaschen eingeteilt, sieben zum Geschirrspülen. Pro Tag werden 3.000 Teller, 7.000 Dessertteller, 2.000 Beistellteller und 5.000 Gläser gesäubert. Ein Durchschnittsarbeitstag hat 11 Stunden.

Chefkoch Martin Kusin

Chefkoch Martin Kusin

Die Hauptgänge werden so angerichtet, dass jeder sein Produkt auf den Teller gibt und diesen an den nächsten weiterschiebt, bis sich alles am Teller befindet. Die letzte Station auf unserer Küchentour ist die gefährlichste. In der Konditorei werden von 3 Konditoren und 5 Bäckern täglich 20 verschiedene Brotsorten hergestellt. 120 Brotlaibe, 100 Baguettes, 4.000 Semmeln, 800 Croissants und 800 Stück Plundergebäck.

Bäckerei

Bäckerei

Die HAL ist dazu verpflichtet, die Umwelt zu schützen. So arbeiten vier Crewmitglieder in der Mülltrennung und –beseitigung. Küchenreste werden getrocknet und mit dem geschredderten Trockenmüll verbrannt wird. Plastikmüll und nicht verbrennbarer Müll wird in Boxen in Kühlräumen gelagert und im Hafen entsorgt. Glas wird zermalmen und Dosen in Blöcke gestampft. Unwahrscheinlich welche Logistik hinter so einer „Kleinstadt“ steht.

Pro Woche werden etwa 8.500 Pfund Fleisch, 4.500 Pfund Kartoffeln und 12.000 Pfund frisches Gemüse verbraucht. Etwa 18.000 Eier aber nur 10 Pfund Kaviar werden verschlungen. Die Crew ernährt sich von 2.100 Pfund Reis. Auf jeden Fall konnten wir uns davon überzeugen, dass in der Küche sehr sauber gearbeitet wird. Ich war bereits auf einigen Flussschiffen unterwegs gewesen, aber nirgends konnten wir die Küche besichtigen. Ich sprach den Chefkoch darauf an und er sagte mir, dass sie sehr stolz auf ihre Küche wären und diese auch ohne Scheu zur Schau stellen könnten.

Da das Wetter so herrlich war, entschlossen wir uns, uns einen Platz am Pool zu suchen, wo wir die meiste Zeit des restlichen Tages verbringen könnten. Margret fand eine Liege und ich einen Platz im Schatten. Hier waren mehr Menschen und hier war es auch eine Spur lauter als am Promenadendeck. Alleine schon deshalb, weil das Wasser im Pool sich mit jeder Wellenbewegung mitbewegte und dadurch auch mal etwas Wasser überschwappen konnte. Um die Mittagszeit holten wir uns einen kleinen Salat und ein Hotdog im Dive In, einer der Möglichkeiten, wo man an Bord speisen kann.

Lido Pool

Lido Pool

Ich sah mir dann im Theater eine Vorstellung der nächsten Städte an, in denen wir anlegen würden. Wir konnten uns wirklich jetzt schon darauf freuen. Dann wurde es Zeit, uns für das bevorstehende Galadinner in Schale zu werfen. Heute Abend würden im Rotterdam Speisesaal alle in eleganter Kleidung erscheinen. Eigentlich konnten wir uns Dinner selber zusammenstellen, denn wir konnten aus einer langen Liste an Vorspeisen, Suppen, Hauptgängen und Nachspeisen auswählen. Wir entschieden uns als Vorspeise etwas zu nehmen, was man eigentlich selten bekommt. Schnecken in Knoblauch Sauce. Die Suppe ließen wir aus und stiegen erst wieder beim Hauptgang ein. Margret wählte Rind und ich Lamm. Zur Nachspeise nahm ich Schokoladen Souffle und Margret musste die Schwarzwälderkirschtorte probieren, bei deren Produktion wir in der Küche anwesend waren.

Galadinner

Galadinner

Nach dem Essen wurden wir von unserem Kapitän Ane Schmid im großen Theatersaal begrüßt. Mit einem Glas Sekt wurde auf eine gute Reise angestoßen. Danach gab es die Show Classique, in der bekannte klassische Stücke poppig aufbereitet wurden. Absoluter Höhepunkt dieser Reise um die Welt, war die Station in Wien. Rock me Amadeus wurde von Falco vorgetragen. Alle vier Sänger hatten tolle stimmen und harmonierten auch gut zusammen. Jeden Abend würde irgendeine Show angeboten werden. So freuen wir uns einfach auf das Kommende.

Posted by fegoeskaphorn 16:29 Archived in Brazil

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